Aktuell

Tagungsband zum “Internationalen Kongress Agrarholz 2013″ veröffentlicht

Der “internationale Kongress Agrarholz 2013″ fand am 19./20. Februar 2013 in Berlin statt, und Wissenschaftler des BEST-Verbundprojektes haben mehrere Beiträge dazu geliefert. Nun ist ein Tagungsband zum Kongress erschienen, der kostenlos in elektronischer Form verfügbar ist.

mehr …

Feature-Artikel zu BEST und Partner-Bioenergieregion BERTA in Zeitschrift “Joule”

In der Fachzeitschrift “Joule” ist unter der Rubrik “Energiepflanzen” ein Feature-Artikel zu BEST und den Forschungsarbeiten in der Bioenergie-Region Thüringer Ackerebene (BERTA) erschienen.

mehr …

Schwachholzbiomasse (IO-H 4)

Problemstellung / Projektziel

Zur Deckung der steigenden Rohholznachfrage besteht grundsätzlich die Möglichkeit, im Rahmen der forstlichen Produktion neben den bisher konventionell genutzten Stamm- und Industrieholzsortimenten zusätzliche, bisher ungenutzte Waldrestholzsortimente zu vermarkten. Die Definition Waldrestholz umfasst sämtliche Hölzer geringer Qualität und außerhalb der Aufarbeitungsgrenze zu Industrieholz. Der Waldrestholzanteil kann je nach Baumart 25 % bis 40 % der gesamten Derbholzmasse ausmachen.

Voraussetzung für eine nachhaltige Erschließung der Waldrestholz-potenziale sind zuverlässige Inventurdaten und Planungswerkzeuge. Eine bewährte und meist verfügbare Planungsgrundlage sind die Ergebnisse der Forsteinrichtung. In der Forstpraxis setzen sich immer

stärker kombinierte Forsteinrichtungsverfahren durch, die auf zwei- phasigen Betriebsinventuren für den Gesamtbetrieb sowie auf einer vereinfachten Bestandesansprache für alle Bestände beruhen. Zur Einschätzung der Angebotsstruktur und zur Festlegung der Nutzungsintensitäten fehlt es bisher an einer operationalen Methode zur Erfassung der Bestandesqualität. Um mit Biomassemodellen die Nutzungspotenziale und Nährstoffentzüge nutzungs- bzw. standortsspezifisch quantifizieren zu können, sind Kenntnisse zur Biomasse und dem Nährstoffvorrat einzelner Baumkompartimente in Abhängigkeit von Baummerkmalen und den jeweiligen Standorts-verhältnissen erforderlich.

Qualitätseinschätzung Fotos: Mahler, Willmann, Wurster (2001): Güteansprache am stehenden Stamm Qualitätseinschätzung Fotos: Mahler, Willmann, Wurster (2001): Güteansprache am stehenden Stamm

Zielgruppe

Die Ergebnisse werden in die Entscheidungsunterstützungssysteme WaldPlaner und ForestSimulator der NW-FVA integriert. Diese Werkzeuge werden hauptsächlich von folgende Zielgruppen und Stakeholder angewendet:

  • Waldbesitzer
  • Forstberiebsgemeinschaften
  • Forstsachverständige
  • Landesforsten bzw. Landesforstbetriebe

Methodik

  • Aufbereitung der Forsteinrichtungsdaten und Betriebsinventuren der beiden Regionen
  • Biomassen- und Nährstoffuntersuchungen an ca. 60 Bäumen der Baumartengruppe Alh mit dem RBS-Verfahren („Randomized Branch Sampling“)
  • Qualitätsansprachen in jeweils zwei Test-Revieren der beiden Modellregionen
  • Modellierung der Massen der verschiedenen Biomassekomparti-mente sowie der bei ihrer Nutzung damit verbundenen Nähr-stoffentzüge in den Entwicklungsphasen der Baumarten
  • Qualitätsdifferenzierte Holzaufkommensprognose
Sicherung der Nährstoffnachhaltigkeit Sicherung der Nährstoffnachhaltigkeit

Ergebnisausblick

Der Ausbau der regenerativen Energieversorgung erfordert die verstärkte Einbeziehung des Rohstoffes Holz, wobei dem bisher ungenutzten Waldrestholz eine besondere Bedeutung zukommt.

Eine operationale Methode zur Erfassung der Bestandesqualität unter Berücksichtigung von Restholzaufkommen im Wirtschaftswald würde zusätzliche Rohstoffpotenziale erschließen und damit dazu beitragen, die Konkurrenz zwischen stofflicher und energetischer Holznutzung zu entschärfen, Versorgungsengpässe zu mildern, das Wachstum der Energiebranche abzusichern und die wirtschaftliche Situation der Forstbetriebe zu verbessern.

DSS: WaldPlaner DSS: WaldPlaner

Kontakt

Antragsteller: Prof. Dr. Hermann Spellmann
Mitarbeiterin: Ass‘in d. Forstd. Dr. Heidi Döbbeler und Ass‘in d. Forstd. Sabine Rumpf
Institution: Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt – Abteilung Waldwachstum
Anschrift: Grätzelstr.2, 37075 Göttingen

E-Mail: heidi.doebbeler@nw-fva.de; sabine.rumpf@nw-fva.de